Warum ein kleines Land seine Politiker nicht auf einen Sockel stellt, Prominente in Ruhe lässt und dennoch mit den Schattenseiten seines Wohlstands kämpfen muss.
Auf YouTube erlebt die Schweiz derzeit eine bemerkenswerte Welle der Bewunderung. Videos mit Titeln wie „Der absurde Erfolg dieses Landes gibt einem zu denken“ beschäftigen sich mit einem Staat, der trotz seiner geringen Größe, hoher Preise und fehlender großer Rohstoffvorkommen zu den wohlhabendsten Ländern der Welt gehört. Die üblichen Erklärungen sind schnell aufgezählt: Banken, Pharmaindustrie, Präzisionsmaschinen, Forschung, eine starke Währung und politische Stabilität. Hinzu kommen direkte Demokratie, Föderalismus und eine ausgeprägte Haushaltsdisziplin. Doch liegt das eigentlich Bemerkenswerte an der Schweiz liegt ganz woanders. Es liegt nicht allein in ihrer Wirtschaftskraft, sondern im Verhältnis zwischen Bürgern, Politikern und gesellschaftlichen Eliten. In der Schweiz begegnet man Macht, Reichtum und Prominenz auf eine Weise, die in anderen Ländern keineswegs selbstverständlich ist.
Ein Paradies für Prominente, aber zu welchem Preis?
Gstaad, St. Moritz, Zürichs Goldküste, Verbier oder die Ufer des Genfersees gehören seit Jahrzehnten zu den bevorzugten Wohn- und Ferienorten internationaler Prominenz. Schauspieler, Unternehmer, Künstler und vermögende Familien schätzen die Sicherheit, die Lebensqualität und nicht zuletzt die sprichwörtliche Schweizer Diskretion. Ein weltbekannter Schauspieler kann in einem Restaurant sitzen, ohne zwangsläufig von einer Menschenmenge umringt zu werden. Kaum ein Gast verlangt je ein Selfie oder ein Autogramm. Natürlich gibt es auch in der Schweiz Paparazzi und neugierige Zuschauer. Doch die Zurückhaltung gegenüber bekannten Persönlichkeiten gehört zum Ruf des Landes. Es gehört sich ganz einfach nicht, die Leute zu belästigen!
Diese Diskretion ist ein Standortvorteil, den man kaum in Geld messen kann. Allerdings hat die internationale Begehrlichkeit ihren Preis. In Gstaad kosteten Ferienwohnungen im gehobenen Segment laut UBS im Jahr 2026 durchschnittlich rund 25.000 Franken pro Quadratmeter, im Engadin und in St. Moritz etwa 24.000 Franken. Eine Wohnung von 100 Quadratmetern erreicht damit rechnerisch einen Wert von rund 2,5 Millionen Franken. Was für internationale Vermögende erschwinglich erscheint, bleibt für viele einheimische Familien unerreichbar. Dabei sind nicht allein die Prominenten verantwortlich. Wohlhabende Schweizer, ausländische Käufer, Zweitwohnungsbesitzer, begrenztes Bauland und eine hohe Nachfrage tragen gemeinsam zur Preisentwicklung bei. Die Konsequenzen reichen weit über den Immobilienmarkt hinaus. Wenn Beschäftigte in Gastronomie, Handel oder Handwerk keine bezahlbare Wohnung mehr in der Nähe ihres Arbeitsplatzes finden, verändert sich das gesellschaftliche Gefüge ganzer Gemeinden. Die Schweiz muss sich deshalb vermehrt mit einer Frage beschäftigen, die den Kern ihres Erfolgs berührt, nämlich wie man die Lebensqualität eines Ortes bewahrt, wenn gerade diese Lebensqualität ihn für einen wachsenden Teil seiner eigenen Bevölkerung unbezahlbar macht?
Die Schweizer Politik und Streit ohne dauerhafte Feindschaft?
Wer die wöchentliche politische Diskussionssendung „Arena“ des Schweizer Fernsehens verfolgt, erlebt eine Demokratie, in der mitunter leidenschaftlich gestritten wird. Vertreter der SVP, der Sozialdemokraten, der FDP, der Mitte und der Grünen widersprechen sich energisch. Positionen werden angegriffen, Argumente auseinandergenommen und politische Forderungen gelegentlich regelrecht zerlegt. Dennoch ist eine Besonderheit zu beobachten, die als systematisch bezeichnet werden kann. Auch nach heftigen Auseinandersetzungen bleibt die Bereitschaft zur persönlichen Begegnung stets erhalten. Natürlich kennt auch die Schweiz Beleidigungen, persönliche Angriffe und polemische Kampagnen. Die Vorstellung einer stets harmonischen Schweizer Politik wäre eine Utopie. Doch die politische Kultur wird von einer institutionellen Besonderheit geprägt, nämlich, dass die wichtigsten Parteien nicht nur gegeneinander antreten müssen, sondern im Bundesrat auch miteinander regieren. Diese Konkordanz unterscheidet sich vom klassischen Wechselspiel zwischen Regierung und Opposition, wie man es aus Deutschland kennt. In der Schweiz können politische Gegner in einer Sachfrage erbittert gegeneinander kämpfen und in einer anderen gemeinsam eine Mehrheit bilden. Eine verlorene Abstimmung bedeutet nicht zwangsläufig einen politischen Gesichtsverlust. Und der Gegner von heute kann morgen ein unverzichtbarer Partner sein. Wie selbstverständlich diese Haltung sein kann, zeigte sich im Verhältnis zwischen dem früheren SVP-Präsidenten Albert Rösti und der ehemaligen Grünen-Präsidentin Regula Rytz. Beide standen sich politisch oft gegenüber. Dennoch berichtete Rytz davon, dass man nach einer hitzigen Fernsehdiskussion durchaus gemeinsam ein Bier trinken könne. Eine bemerkenswerte Normalität.
Flammenwerfer, schwarze Schafe und politische Provokationen
Dass die Schweizer Politik keineswegs frei von drastischen Entgleisungen ist, zeigt ein Blick in ihre Geschichte. Ende der 1980er-Jahre sorgte Mike Dreher, Gründer der damaligen Autopartei und später Mitglied der Schweizerischen Volkspartei SVP, für einen Skandal. Ihm wurde die Äußerung zugeschrieben, politische Gegner, insbesondere die Linken und Grünen, müsse man an die Wand nageln und mit dem Flammenwerfer darübergehen. Dreher bestritt später diese Darstellung und verwies auf eine bildlich gemeinte Aussage über die Kraft seiner Argumente. Noch größere internationale Aufmerksamkeit erregte 2007 die Schweizerische Volkspartei mit ihrem berüchtigten Schäfchenplakat. Darauf waren drei weiße Schafe zu sehen, von denen eines ein schwarzes Schaf aus der stilisierten Schweiz hinausbeförderte. Die SVP erklärte, das schwarze Schaf stehe für kriminelle Ausländer, die ausgewiesen werden sollten. Kritiker sahen dagegen eine fremdenfeindliche und rassistische Bildsprache. Selbst der UNO-Sonderberichterstatter für Rassismus beschäftigte sich mit der Kampagne. Die Auseinandersetzung war heftig. Dennoch wurde die dahinterstehende Ausschaffungsinitiative am 28. November 2010 von Volk und Ständen angenommen.
Beide Beispiele zeigen, dass auch die Schweizer Demokratie politische Grenzüberschreitungen und stark polarisierende Kampagnen kennt. Der Vergleich mit Deutschland ist interessant. Dort verfügt der Staat mit dem Verfassungsschutz über ein besonderes Instrument zur Beobachtung verfassungsfeindlicher Bestrebungen. In der Schweiz ist die institutionelle Organisation anders. Politische Auseinandersetzungen werden in besonderem Maße über Wahlen, Volksinitiativen und Referenden ausgetragen. Das bedeutet keineswegs, dass jede Provokation in der Schweiz erlaubt wäre. Hätten sich diese Vorfälle jedoch in Deutschland ereignet wäre davon auszugehen, dass die SVP vom Verfassungschutz zumindest als Verdachtsfall rechtssextemistisch eingestuft würde. Betrachtet man diese im Kontext mit einer Vielzahl weiterer Entgleisungen, kann davon ausgegangen werden, dass der Verfassungsschutz sie vermutlich als gesichert rechtsextrem einstufen würde. Aber es lohnt sich, darüber nachzudenken, wie unterschiedlich demokratische Gesellschaften mit politischer Zuspitzung umgehen.
Ein Parlament, dessen Mitglieder noch einen Beruf haben
Eine weitere Schweizer Besonderheit ist das Milizparlament. Nationalrat und Ständerat kommen jährlich zu vier ordentlichen Sessionen von jeweils drei Wochen in Bern zusammen. Hinzu kommen Kommissionssitzungen, Fraktionsarbeit und zahlreiche weitere parlamentarische Verpflichtungen. Viele Mitglieder der Bundesversammlung gehen weiterhin einem Beruf nach. Sie sind Unternehmer, Landwirte, Juristen, Angestellte oder in anderen Tätigkeiten beschäftigt. Natürlich ist das politische Mandat längst kein kleiner Nebenjob mehr. Die zeitliche Belastung ist erheblich, und längst nicht jeder Beruf lässt sich problemlos mit einem Parlamentsmandat vereinbaren. Auch verfügt das Schweizer Parlament über professionelle Parlamentsdienste und administrative Unterstützung. Dennoch bleibt der Grundgedanke des Milizsystems bemerkenswert. Politische Verantwortung soll nicht ausschließlich einer abgeschlossenen Klasse von Berufspolitikern vorbehalten bleiben. Wer während einer Session durch die Berner Altstadt geht, kann Nationalräten und Ständeräten in Restaurants oder Cafés begegnen. Man sieht sie beim Mittagessen, auf dem Weg zum Bahnhof oder abends in einem Lokal. Politik ist hier nicht ausschließlich eine Angelegenheit abgeschirmter Regierungsgebäude. Dabei entsteht eine interessante Frage, wieviel professionelle Infrastruktur ein Parlament eigentlich benötigt und ab welchem Punkt wächst die Gefahr, dass politische Entscheidungsträger den Kontakt zum Alltag ihrer Wähler verlieren?
Wenn der Finanzminister seinen Stammplatz im Restaurant hat
Ein besonders anschauliches Beispiel liefert der frühere sozialdemokratische Bundesrat Otto Stich. Stich stand von 1984 bis 1995 dem Eidgenössischen Finanzdepartement vor. Nach persönlicher Erinnerung war er zur Mittagszeit regelmäßig an seinem Stammplatz im Berner Hotel Volkshaus anzutreffen. Und jeder wusste das. Gerade darin liegt das Bemerkenswerte. Ein Mitglied der Landesregierung konnte einen weithin bekannten Stammplatz haben, ohne dass sein Mittagessen zwangsläufig zu einem öffentlichen Ereignis wurde. Diese überlieferte Begebenheit erzählt viel über die gesellschaftliche Zurückhaltung, die auch internationale Prominente an der Schweiz schätzen. Dasselbe gilt für den Umgang mit heutigen Bundesratsmitgliedern. Sie sind gelegentlich in der Berner Innenstadt, in Restaurants oder in öffentlichen Verkehrsmitteln anzutreffen, meistens ohne Personenschutz. Die Mitglieder des Bundesrates verfügen über Generalabonnemente der Schweizerischen Bundesbahnen. Selbstverständlich stehen ihnen auch Dienstwagen und andere staatliche Transportmittel zur Verfügung. Ebenso existiert professioneller Personenschutz, der sich jedoch nach der jeweiligen Gefährdungslage richtet. Aber die vergleichsweise geringe sichtbare Distanz zwischen Regierung und Bevölkerung ist ein bemerkenswertes Merkmal des politischen Alltags. Daraus erwächst die grundsätzliche Frage, ob politische Macht zwangsläufig mit gesellschaftlicher Abschirmung einhergehen muss?
Missbehagen, Unbehagen, Uchtenhagen
Dass die Schweizer Konkordanzdemokratie keineswegs ein gemütlicher politischer Gesprächskreis ist, bewies die Bundesratswahl vom 7. Dezember 1983. Nach dem Tod des sozialdemokratischen Bundesrates Willi Ritschard wollte die SP ihre Nationalrätin Lilian Uchtenhagen in die Landesregierung entsenden. Sie wäre die erste Frau im Schweizer Bundesrat geworden. Doch die bürgerliche Mehrheit der Bundesversammlung hatte andere Vorstellungen, da ihr die Kandidation nicht geheuer schien. In einer Nacht- und Nebelaktion, in der Schweiz berühmt-berüchtigten Bar des Grandhotel Bellevue vorbereitet, wurde nicht die offizielle SP-Kandidatin gewählt, sondern ihr Parteikollege Otto Stich. Die Wahl war eine politische Sensation. Die SP-Führung reagierte empört und diskutierte sogar einen Austritt aus der Landesregierung. Doch letztlich blieb die Partei im Bundesrat, und Otto Stich entwickelte sich zu einem profilierten Finanzminister. Die damalige Abneigung gegen Uchtenhagen brachte ein spöttischer Spruch auf den Punkt, der dem Journalisten Peter Wettler zugeschrieben wird: „Missbehagen, Unbehagen, Uchtenhagen.“
Die Episode zeigt zwei Seiten der Schweizer Demokratie. Einerseits die Bereitschaft zu parteiübergreifenden Machtspielen, die bis zur Missachtung offizieller Kandidaturen reichen kann. Andererseits die Fähigkeit, selbst nach einer schweren politischen Krise die gemeinsame Regierungsarbeit fortzusetzen. Sie zeigt aber auch eine Schattenseite. Die Schweiz musste noch bis 1984 warten, ehe mit Elisabeth Kopp erstmals eine Frau in den Bundesrat gewählt wurde. Konkordanz ist eben nicht automatisch Harmonie, Gerechtigkeit oder Fortschritt. Sie ist zunächst ein Verfahren, politische Gegensätze innerhalb gemeinsamer Institutionen auszutragen.
Sieben Bundesräte und kein politischer Sonnenkönig
Die Schweizer Landesregierung besteht aus sieben gleichberechtigten Mitgliedern. Der Bundespräsident wird jeweils für ein Jahr gewählt. Er leitet die Regierungssitzungen und übernimmt besondere Repräsentationsaufgaben, besitzt aber keine Richtlinienkompetenz nach deutschem Vorbild. Es gibt keinen Regierungschef, der allein die politische Richtung vorgibt. Das Kollegialitätsprinzip verlangt, dass der Bundesrat nach außen grundsätzlich gemeinsam auftritt und seine Beschlüsse vertritt, auch wenn einzelne Mitglieder zuvor anderer Meinung waren. Das begrenzt die Möglichkeiten persönlicher Machtentfaltung und verteilt politische Verantwortung auf mehrere Schultern. Natürlich sind auch Schweizer Bundesräte ehrgeizige Politiker. Auch sie kämpfen um Einfluss, öffentliche Aufmerksamkeit und politische Erfolge. Aber die institutionelle Konstruktion setzt der Personalisierung politischer Macht Grenzen. Hinzu kommt die direkte Demokratie. Bürgerinnen und Bürger können mit Initiativen und Referenden politische Entscheidungen beeinflussen oder korrigieren. Auch eine parlamentarische Mehrheit besitzt damit nicht in jeder Sachfrage das letzte Wort. Dieses System zwingt Parteien und Regierung immer wieder, ihre Vorhaben gegenüber der Bevölkerung zu erklären und um Zustimmung zu werben. Es kann Entscheidungen allerdings auch verlangsamen, notwendige Reformen erschweren und Minderheiten vor erhebliche Probleme stellen. Die direkte Demokratie ist deshalb kein Allheilmittel. Sie verändert aber das Verhältnis zwischen Bürgern und politischer Macht und schafft das benötigte Vertrauen, das die Institutionen des Landes benötigen.
Was Deutschland von der Schweiz lernen könnte
Der Vergleich beider Länder ist nicht einfach. Deutschland hat eine andere Geschichte, eine wesentlich größere Bevölkerung und eine andere Rolle innerhalb Europas. Die Erfahrungen des Nationalsozialismus haben das deutsche Verständnis einer wehrhaften Demokratie tief geprägt. Die Schweiz wiederum entwickelte ihre politischen Institutionen unter anderen historischen Bedingungen. Ihr Föderalismus, ihre direkte Demokratie und ihre Konkordanzkultur sind über Generationen gewachsen. Man kann diese Unterschiede nicht durch eine einfache Verfassungsänderung beseitigen. Und doch lohnt sich die Frage, welche Erfahrungen übertragbar wären.
Warum müssen politische Auseinandersetzungen immer stärker auf die Person des Gegners zielen? Warum nicht auf die Argumente? Könnten Parteien nicht auch über tiefe politische Gegensätze hinweg sachbezogen zusammenarbeiten? Wäre mehr unmittelbare Bürgerbeteiligung möglich? Und wie lässt sich verhindern, dass aus politischen Mandaten zunehmend abgeschlossene Berufskarrieren werden?
Auch die Schweiz muss auf solche Fragen immer wieder neue Antworten finden. Ihr Milizsystem steht unter Druck. Die Arbeitsbelastung der Parlamentarier wächst. Die politischen Auseinandersetzungen sind schärfer geworden. Der Wohlstand ist ungleich verteilt, und in manchen Regionen verdrängen hohe Immobilienpreise zunehmend die einheimische Bevölkerung. Das Schweizer Modell besitzt also durchaus Widersprüche.
Der eigentliche Schweizer Erfolg
Der Erfolg besteht der Schweiz nicht darin, dass dort alles besser funktioniert. Er liegt vielmehr in einer gesellschaftlichen Haltung, die sich in vielen kleinen Beobachtungen ausdrückt. Ein weltbekannter Schauspieler kann in einem Restaurant sitzen, ohne ständig angesprochen zu werden. Ein Bundesrat kann mit der Bahn fahren. Ein Finanzminister kann einen allgemein bekannten Stammplatz in einem öffentlichen Lokal haben. Politische Gegner können sich in einer Fernsehdiskussion heftig streiten und anschließend gemeinsam ein Bier trinken. Gleichzeitig können die Bürger Entscheidungen ihrer Regierung an der Urne korrigieren. Das alles garantiert weder Wohlstand noch gute Politik. Aber es beschreibt eine besondere Beziehung zwischen Öffentlichkeit, politischer Macht und persönlicher Freiheit.
Die Schweiz ist kein Paradies. Sie ist auch kein Land ohne Bürokratie, politische Fehler oder soziale Ungerechtigkeiten und ihr Erfolg ist keineswegs absurd. Er ist das Ergebnis einer langen historischen Entwicklung, wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, stabiler Institutionen und gesellschaftlicher Gewohnheiten, die nicht allein durch Gesetze geschaffen werden können. Deshalb sollte man weniger darüber staunen, wie reich die Schweiz geworden ist, sondern genauer fragen, wie sie mit Reichtum, Macht und gesellschaftlichen Gegensätzen umgeht. Denn letztendlich bemisst sich der Erfolg eines Landes nicht nur an seinem Bruttoinlandsprodukt, seinen Exporten oder seiner Währung, sondern auch daran, wie seine Bürger miteinander leben und wie viel Abstand zwischen den Regierenden und den Regierten entsteht.
Eine Demokratie zeigt ihre Qualität nicht daran, dass ihre Bürger und Politiker immer einer Meinung sind. Sondern daran, wie sie miteinander umgehen, wenn sie es nicht sind.
