Unternehmen verschwinden, Staatsschulden steigen, Zinsen werden zur milliardenschweren Belastung und das Wachstum bleibt schwach. Noch ist Deutschland weit von einer klassischen Schuldenkrise entfernt. Doch was passiert, wenn mehrere bislang getrennt betrachtete Probleme gleichzeitig zusammenlaufen?
Es sind Zahlen, die aufhorchen lassen. Fast 188.000 Unternehmen wurden 2025 in Deutschland geschlossen. Die Staatsschulden steigen, gleichzeitig wird ihre Finanzierung teurer. Wirtschaftsführer fordern von der Bundesregierung dringend Reformen. Und selbst die Frage nach der bislang nahezu unantastbaren Spitzenbonität Deutschlands taucht inzwischen in der öffentlichen Diskussion auf.
In den USA sieht es nicht beruhigender aus. Die Staatsverschuldung hat mittlerweile eine Größenordnung erreicht, die noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar erschien. Gleichzeitig verschlingt allein der Schuldendienst enorme Summen. Braut sich also der ganz große Crash zusammen?
So einfach ist es nicht. Aber ebenso leichtfertig wäre es, die einzelnen Warnzeichen isoliert zu betrachten.
Deutschlands Unternehmen verschwinden
Nach Berechnungen des ZEW Mannheim und von Creditreform wurden 2025 in Deutschland 187.744 Unternehmen geschlossen, fast zehn Prozent mehr, als im Vorjahr und so viele, wie seit fast zwei Jahrzehnten nicht mehr. Besonders betroffen sind unter anderem Bauwirtschaft, Industrie, Gastronomie und Arztpraxen.
Dabei muss jedoch eine wichtige Unterscheidung getroffen werden. Unternehmensschließung bedeutet nicht automatisch Insolvenz. Nur ein Teil dieser Firmen ist tatsächlich zahlungsunfähig geworden. Altersbedingte Geschäftsaufgaben, fehlende Nachfolger oder persönliche Entscheidungen spielen ebenfalls eine Rolle. Doch genau hier steckt eine Entwicklung, die Sorgen bereiten sollte. Es verschwinden zunehmend auch wirtschaftlich grundsätzlich lebensfähige Unternehmen.
Wenn Unternehmer keinen Nachfolger mehr finden, wenn eine Arztpraxis trotz vorhandener Patienten nicht weitergeführt wird oder ein Gastronom trotz Nachfrage aufgibt, geht es nicht allein um Insolvenzstatistiken. Dann stellt sich eine wesentlich fundamentalere, systemische Frage: Lohnt es sich in Deutschland überhaupt noch Unternehmer zu sein?
Ein ungewöhnlicher Hilferuf aus der Wirtschaft
Dass diese Frage nicht nur von kleinen Mittelständlern gestellt wird, zeigt der jüngste Appell führender deutscher Unternehmen und Wirtschaftsverbände an die Bundesregierung. Konzerne wie BMW, Mercedes-Benz, Porsche und Siemens verlangen, die im Koalitionsvertrag versprochenen Reformen endlich konsequent umzusetzen. Im Mittelpunkt stehen steigende Sozialabgaben, Bürokratie, Energie- und Arbeitskosten sowie die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standortes.
Man sollte dabei allerdings nicht jede Verantwortung nach Berlin abschieben. Auch Unternehmen treffen Fehlentscheidungen, verschlafen technologische Entwicklungen oder halten zu lange an überholten Geschäftsmodellen fest. Deutschlands wirtschaftliche Probleme ausschließlich der Politik anzulasten, wäre deshalb zu einfach. Umgekehrt wäre es ebenso fahrlässig, die zunehmenden Warnungen aus weiten Teilen der Wirtschaft als gewöhnliches Unternehmer-Wehklagen abzutun.
Die Rückkehr eines beinahe vergessenen Problems
Über viele Jahre konnten sich Staaten daran gewöhnen, dass Geld praktisch nichts kostete. Die Null- und Negativzinsphase ermöglichte es, enorme Schulden aufzunehmen, ohne dass die Zinsrechnung unmittelbar explodierte. Diese Zeit ist definitiv vorbei und damit kehrt eine alte wirtschaftliche Binsenwahrheit zurück: Schulden kosten Geld, viel Geld!
Deutschland bekommt dies inzwischen schmerzhaft zu spüren. Der Bund muss einen immer größeren Teil seiner Einnahmen für den Schuldendienst einplanen. Geld, das für Zinsen ausgegeben wird, kann nicht gleichzeitig in Straßen, Schulen, Digitalisierung, Verteidigung oder Forschung fließen. Damit verändert sich die politische Mathematik.
Solange eine Volkswirtschaft kräftig wächst, können steigende Schulden verkraftbar bleiben. Kritisch wird es, wenn drei Faktoren gleichzeitig auftreten, nämlich hohe Neuverschuldung, steigende Zinsen und schwaches Wirtschaftswachstum.
Genau diese Kombination verdient derzeit besondere Aufmerksamkeit!
Amerika zeigt, wohin die Reise führen könnte
Noch dramatischer sind die Dimensionen in den Vereinigten Staaten. Die amerikanische Staatsverschuldung hat inzwischen die Marke von 40 Billionen Dollar erreicht. Noch Anfang 2022 waren es rund 30 Billionen. Aber auch hier ist die absolute Zahl nicht das eigentliche Problem, sondern entscheidend ist der Preis dieser Schulden. Muss ein Staat immer höhere Zinsen bieten, um Käufer für seine Anleihen zu finden, entsteht ein unangenehmer Kreislauf, man könnte auch von einer Todesspirale sprechen.
Mehr Schulden führen zu höheren Zinsausgaben. Höhere Zinsausgaben vergrößern das Haushaltsdefizit. Das Defizit verlangt neue Schulden, für die wiederum Zinsen bezahlt werden müssen.
Dieser Mechanismus führt nicht zwangsläufig in eine Staatskrise. Aber irgendwann kann die Frage entstehen, wie lange eine solche Entwicklung fortgesetzt werden kann.
Trump, die Fed und der gefährliche Kampf um die Zinsen
Zu der amerikanischen Schuldenproblematik kommt eine politische Dimension, die nicht unterschätzt werden soll. Donald Trump drängt seit Langem auf niedrigere Zinsen. Bereits den früheren Fed-Chef Jerome Powell attackierte er öffentlich massiv, weil dieser die von Trump gewünschten Zinssenkungen nicht vollzog. Auch unter dessen Nachfolger Kevin Warsh ist der politische, befehlsartige Wunsch aus dem Weißen Haus eindeutig. Die Zinsen und dadurch die Finanzierungskosten sollen sinken.
Aus Trumps Perspektive ist das durchaus nachvollziehbar. Niedrigere Zinsen würden Kredite für Unternehmen und Verbraucher verbilligen, den Immobilienmarkt entlasten, Investitionen erleichtern und – besonders wichtig – langfristig auch die Finanzierung der gewaltigen amerikanischen Staatsschulden günstiger machen.
Doch genau hier entsteht ein Dilemma. Die Federal Reserve ist nicht dazu da, dem Finanzminister die Finanzierung der Staatsschulden zu erleichtern. Ihre Geldpolitik orientiert sich an Preisstabilität und Beschäftigung. Solange die Inflation über dem Zwei-Prozent-Ziel liegt und zusätzliche Inflationsrisiken bestehen, können politisch gewünschte Zinssenkungen mit dem Auftrag der Notenbank kollidieren. Noch problematischer wäre es, wenn an den Finanzmärkten der Eindruck entstünde, die amerikanische Zentralbank verliere ihre Unabhängigkeit und richte ihre Geldpolitik zunehmend nach den Wünschen des Präsidenten aus.
Denn Trump kann zwar niedrigere Leitzinsen fordern, er kann die Renditen langfristiger amerikanischer Staatsanleihen jedoch nicht diktieren. Und genau darin liegt die paradoxe Gefahr! Sollten Investoren befürchten, dass eine politisch beeinflusste Federal Reserve die Inflation nicht mehr entschlossen genug bekämpft, könnten sie für langfristige amerikanische Staatsanleihen einen höheren Risiko- und Inflationsaufschlag verlangen. Dann könnte genau das Gegenteil dessen eintreten, was Trump erreichen möchte: Die Fed senkt kurzfristige Zinsen, aber die langfristigen Finanzierungskosten des amerikanischen Staates steigen.
Bei Staatsschulden von inzwischen mehr als 40 Billionen Dollar wäre eine solche Entwicklung alles andere als nebensächlich. Damit wird die Unabhängigkeit der Federal Reserve selbst zu einem wirtschaftlichen Faktor. Es geht nicht um eine akademische Diskussion darüber, wer in Washington welche Kompetenzen besitzt. Es geht um das Vertrauen der Anleger, dass die wichtigste Zentralbank der Welt ihre Geldpolitik auch dann an Preisstabilität ausrichtet, wenn dies für die jeweilige Regierung politisch unbequem ist.
Die Vereinigten Staaten besitzen mit dem Dollar als wichtigster Reservewährung der Welt ein außergewöhnliches Privileg. Sie können sich in ihrer eigenen Währung verschulden und finden bislang weltweit Käufer für ihre Staatsanleihen. Doch dieses Privileg beruht letztlich auf einem Gut, das sich nicht per Gesetz verordnen lässt, nämlich Vertrauen.
Sollte dieses Vertrauen irgendwann Schaden nehmen, wäre nicht allein die Höhe der amerikanischen Staatsschulden das Problem. Entscheidend wäre vielmehr die Frage, welchen Preis die Kapitalmärkte verlangen, um diese Schulden weiterhin zu finanzieren.
Die Schweiz: Schulden machen dürfen, aber nicht zur Gewohnheit werden lassen
Gerade vor diesem Hintergrund lohnt ein Blick in die Schweiz. Seit 2003 gilt dort auf Bundesebene die Schuldenbremse. Ihr Prinzip ist keineswegs, dass der Staat niemals Schulden machen darf. Vielmehr sollen sich Einnahmen und Ausgaben über den Konjunkturzyklus hinweg die Waage halten. In wirtschaftlich schwachen Zeiten sind Defizite möglich; für außergewöhnliche Situationen existiert zusätzlich ein außerordentlicher Haushalt.
Wie ernst diese Ausnahme gemeint ist, zeigte die Corona-Pandemie eindrucksvoll. 2020 riss die Krise ein Loch von rund 15,8 Milliarden Franken in die Bundesrechnung, 2021 folgte nochmals ein Defizit von rund 12,2 Milliarden Franken. Die Schweiz reagierte also keineswegs mit einem finanzpolitischen Dogma auf eine außergewöhnliche Krise. Sie verschuldete sich massiv, als es die Situation erforderte.
Der entscheidende Unterschied liegt im Danach.
Die Schuldenbremse sieht Mechanismen vor, mit denen außerordentliche Defizite wieder kompensiert werden. Strukturelle Überschüsse des ordentlichen Haushalts werden gegenwärtig zum Abbau der coronabedingten Verschuldung verwendet. Ende 2025 lag das entsprechende Amortisationskonto zwar noch mit 26,3 Milliarden Franken im Minus, der Abbau ist also keineswegs abgeschlossen.
Aber der normale Bundeshaushalt hat sich bereits wieder deutlich stabilisiert. 2024 betrug das gesamte Finanzierungsdefizit lediglich 80 Millionen Franken. 2025 erzielte der Bund erstmals seit 2019 wieder einen Finanzierungsüberschuss von 259 Millionen Franken.
Schweiz – die Entwicklung auf einen Blick
| Jahr | Finanzierungssaldo Bund |
|---|---|
| 2003 | −2,8 Mrd. CHF |
| 2010 | +3,1 Mrd. CHF |
| 2015 | +2,8 Mrd. CHF |
| 2019 | +3,6 Mrd. CHF |
| 2020 | −15,8 Mrd. CHF |
| 2021 | −12,2 Mrd. CHF |
| 2024 | −0,08 Mrd. CHF |
| 2025 | +0,26 Mrd. CHF |
Die eigentliche Lehre, die aus dem Beispiel Schweiz gezogen werden kann, bedeutet nicht, dass Schulden verboten sind, sondern vielmehr, dass Außergewöhnliche Verschuldung sollte außergewöhnlich bleiben soll!
Und genau hier wird der Vergleich mit Deutschland interessant. Auch Deutschland besitzt eine verfassungsrechtliche Schuldenbremse. Doch nach der Corona-Krise folgten Energiekrise, Sondervermögen und neue Kreditspielräume. Die politische Auseinandersetzung dreht sich zunehmend darum, welche zusätzlichen Ausgaben von den normalen Begrenzungen ausgenommen werden können.
Die Schweiz geht konzeptionell den umgekehrten Weg. Auch außergewöhnliche Ausgaben verschwinden nicht einfach aus der finanzpolitischen Rechnung. Für sie existiert ein Amortisationskonto, und außerordentliche Defizite sollen später wieder kompensiert werden. Das bedeutet keineswegs, dass Bern keine Haushaltsprobleme hätte. Auch die Schweiz steht wegen steigender Ausgaben vor schwierigen Entscheidungen und plant Entlastungsmaßnahmen für die kommenden Jahre.
Aber gerade darin zeigt sich die geniale Wirkung einer funktionierenden Schuldenbremse! Sie verhindert politische Auseinandersetzungen über Ausgaben nicht, sondern sie erzwingt sie! Und genau darin liegt der entscheidende Unterschied.
Japan, der große Einwand gegen jede Crash-Theorie
Doch nun kommt die Gegenprobe. Wenn hohe Staatsschulden zwangsläufig zum Zusammenbruch führten, hätte Japan längst kollabieren müssen. Japan besitzt seit vielen Jahren eine der höchsten Staatsschuldenquoten der entwickelten Welt und weit höher als Deutschland. Japan liegt sogar noch deutlich vor den Vereinigten Staaten.
Trotzdem ist der vielfach vorhergesagte japanische Staatsbankrott ausgeblieben. Warum ist das so?
Ein erheblicher Teil der japanischen Staatsschulden wird im eigenen Land gehalten. Japan verfügt über hohe private Vermögen und eine starke externe Vermögensposition. Zudem spielte die Bank of Japan über viele Jahre eine außergewöhnlich große Rolle am Markt für japanische Staatsanleihen. Japan kann sich außerdem in seiner eigenen Währung verschulden. Das verschafft einem Staat erheblich größere Handlungsmöglichkeiten als einem Land, das seine Schulden in einer fremden oder von ihm nicht allein kontrollierten Währung bedienen muss.
Damit liefert Japan eine wichtige volkswirtschaftliche Lektion, nämlich dass die Höhe der Staatsschulden allein erstaunlich wenig darüber aussagt, wann oder ob ein Staat in eine Schuldenkrise gerät.
Entscheidend sind vielmehr die Struktur der Schulden, ihre Laufzeiten, die Zinsbelastung, die Gläubiger, die eigene Währung, das Wachstumspotenzial und das Vertrauen der Kapitalmärkte. Aber Japan ist deshalb keineswegs ein Freibrief für unbegrenzte Verschuldung. Denn auch dort verändert die Rückkehr höherer Zinsen die Rechnung. Je größer der Schuldenberg, desto empfindlicher reagiert ein Staat langfristig auf steigende Refinanzierungskosten.
Japan zeigt deshalb beides, nämlich dass hohe Schulden nicht zum Crash führen müssen, aber sie können den politischen und finanziellen Handlungsspielraum immer stärker einengen.
Droht Deutschland der Verlust des AAA?
Davon ist Deutschland derzeit noch ein gutes Stück entfernt. Deutschland besitzt bei Standard & Poor’s weiterhin die Bestnote AAA. Der Ausblick ist stabil. Die Ratingagentur bescheinigt Deutschland nach wie vor eine wohlhabende und diversifizierte Volkswirtschaft, eine starke außenwirtschaftliche Position und eine im internationalen Vergleich tragfähige Staatsverschuldung. Das darf in einer seriösen Betrachtung nicht unterschlagen werden.
Interessanter ist deshalb nicht das heutige Rating, sondern die Bedingung, unter der es sich ändern könnte! S&P weist darauf hin, dass eine deutlich schwächere wirtschaftliche Entwicklung problematisch werden könnte, insbesondere dann, wenn die zusätzlichen staatlichen Investitionen nicht das erhoffte Wachstum erzeugen und strukturelle Probleme ungelöst bleiben. Und damit sind wir beim Kern der gesamten Debatte.
Schulden sind nicht das Problem, wenn sie Zukunft schaffen
Ein Staat kann sich verschulden, jedoch ist entscheidend wofür er sich verschuldet. Wenn neue Schulden in leistungsfähige Infrastruktur, Forschung, Bildung, Digitalisierung oder andere produktive Investitionen fließen und dadurch langfristig zusätzliches Wachstum erzeugen, können sie sich wirtschaftlich durchaus rechtfertigen. Problematisch wird es, wenn immer größere Kredite benötigt werden, um laufende Ausgaben und strukturelle Defizite zu finanzieren. Dann wächst die Schuldenlast, ohne dass im gleichen Maße neue wirtschaftliche Leistungsfähigkeit entsteht. Und genau diese Frage wird Deutschland in den kommenden Jahren beantworten müssen.
Kein Crash, aber ein gefährliches Zusammentreffen
Eine einzelne dieser Entwicklungen wäre beherrschbar. Unternehmensschließungen gab es immer und hohe Staatsschulden gibt es in zahlreichen Industrieländern. Steigende Zinsen sind historisch betrachtet nichts Außergewöhnliches und schwaches Wachstum kann temporär anfallen und vorübergehen. Problematisch jedoch wird es, wenn diese Entwicklungen gleichzeitig auftreten und beginnen, sich gegenseitig zu verstärken.
Unternehmen investieren weniger, Wachstum bleibt aus und Steuereinnahmen entwickeln sich schwächer. Gleichzeitig steigen Sozialausgaben und Zinskosten. Der Staat nimmt neue Kredite auf. Dadurch wächst wiederum der zukünftige Schuldendienst. Aus einzelnen Problemen kann so ein Kreislauf entstehen.
Noch befinden wir uns nicht zwangsläufig darin. Aber wir bewegen uns näher an eine Situation heran, in der wirtschaftspolitische Fehler erheblich teurer werden, als in den vergangenen Jahren.
Die eigentliche Gefahr ist die Selbstzufriedenheit
Der große Crash am Montagmorgen? Dafür gibt es zur Zeit keinen seriösen Anhaltspunkt! Eine unmittelbar bevorstehende deutsche Staatsschuldenkrise? Auch dafür sprechen die gegenwärtigen Daten noch nicht! Aber möglicherweise ist genau diese Vorstellung eines spektakulären Zusammenbruchs das Problem.
Wirtschaftliche Krisen beginnen selten mit einem Gongschlag. Häufig entwickeln sie sich schleichend. Erst verschwinden Investitionen, dann Unternehmen. Wachstumserwartungen werden nach unten korrigiert. Haushaltslöcher werden mit neuen Krediten geschlossen. Der Schuldendienst wächst. Der politische Handlungsspielraum wird kleiner.
Jeder einzelne Schritt erscheint zunächst beherrschbar, bis irgendwann festgestellt wird, dass aus vielen kleinen Problemen ein großes geworden ist.
Deutschland steht noch nicht vor dem wirtschaftlichen Abgrund, aber mehrere Warnlampen leuchten gleichzeitig hell! Es wäre ausgesprochen unklug, darauf zu warten, bis auch noch die rote angeht.
