Wir leben in einer Zeit, in der vieles gleichzeitig geschieht — und vieles gleichzeitig zerbricht.
Gewissheiten verlieren ihre Stabilität.
Debatten verhärten sich.
Gesellschaften spalten sich zunehmend in Lager, die kaum noch miteinander sprechen.
Zwischen diesen Fronten entsteht ein Raum, der immer kleiner wird:
der Raum für Zwischentöne.
Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine und der darauf folgenden politischen „Zeitenwende“ erhielt diese Entwicklung einen Namen. Doch eine Zeitenwende beschreibt nicht nur Veränderung. Sie beschreibt einen Bruch.
Ehemalige Partner werden zu Gegnern.
Positionen werden moralisiert.
Fragen geraten unter Verdacht.
Wer verstehen möchte, gilt schnell als jemand, der rechtfertigt.
Wer differenziert, wird missverstanden.
Wer sich nicht eindeutig zuordnet, steht zwischen den Fronten.
Dabei beginnt Verständigung immer dort, wo Menschen bereit bleiben zuzuhören.
Diese Plattform möchte ein solcher Ort sein.
Nicht ideologisch.
Nicht moralisierend.
Nicht parteigebunden.
Sondern offen für Gedanken, die sich dem einfachen Schwarz-Weiß entziehen.
Denn selbst nach den tiefsten Konflikten werden Menschen wieder miteinander leben müssen.
Geschichte zeigt, dass dauerhafter Frieden selten dort entsteht, wo nur Sieger und Verlierer zurückbleiben.
„Zwischen den Zeiten“ versteht sich deshalb nicht als Plattform fertiger Antworten, sondern als Versuch, den Dialog dort offen zu halten, wo er vielerorts bereits verloren gegangen scheint.